Google startet in Gmail “Priority Inbox”

by Marcus on 31. August 2010

Google startet in Gmail “Priority Inbox”

Google hat innerhalb von Gmail – dem kostenlosen Email-Dienst des Unternehmens – damit begonnen, einen neuen Service anzubieten. Er nennt sich “Priority Inbox”.

Inbox Priority

Priority Inbox ist ein “guter” Filter, die Funktionsweise ähnelt dem eines Spam-Filters. Seine Aufgabe: Er filtert Emails nicht nach Spam oder Junk, er lernt von den Emails, die wir täglich erhalten und sortiert sie für uns in drei Kategorieren ein: wichtigte Nachrichten, markierte Nachrichten und den ganzen Rest.

Um den Filter noch besser zu trainieren, kann man nachhelfen: mit einem kleinen gelben Pluspfeil kann man eine Nachrichten markieren und so Gmail beibringen, dass bestimmte Emails für einen wichtig sind. Der neue Service will unser gelerntes Verhalten im Umgang mit Emails auf den Kopf stellen. Den überquellenden Email-Posteingang sortieren die meisten von uns nach dem Eingang einer Nachricht und nicht nach Wichtigkeit. Ob das gelingt, ist die spannende Frage. Bei ersten Tests mit dem neuen System, haben laut Google die Benutzer rund 6% weniger Zeit damit verbracht, ihre Emails zu sortieren.

Ist die “Priority Inbox” aktiviert (auf die deutsche Übersetzung bin ich übrigens gespannt….) soll man diese selbst auch nochmals konfigurieren können. Zum Beispiel, welchen Bereich man an welcher Stelle sehen möchte. Ob man zuerst die markierten Nachrichten anschauen will und wieviele davon.

Der neue Dienst soll allen Gmail-Nutzern binnen der nächsten Tage zur Verfügung stehen. Man muss ihn in der oberen rechten Ecke von Gmail allerdings erst aktivieren…und dann trainieren.

Mehr Infos gibt es von meinem Kollegen Frederic Lardinios sowie im Google Blog.

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Konvergenz: Klassische Medien und Web wachsen zusammen.

Radio, Fernsehen und Internet wachsen weiter zusammen. Das ist eines der Erkenntnisse der ARD/ZDF Online-Studie 2010, die Mitte August erschienen ist.

Birgit van Eimeren, Leiterin der Unternehmensplanung und Medienforschung beim Bayerischen Rundfunk in München, sieht weiter einen Verdrängungswettbewerb bei den Zeitungen. Ganz anders auf dem Fernsehmarkt: Dort nimmt die Nutzung weiter zu.  Mit 244 Minuten täglichen Fernsehkonsums in Deutschland sei das der höchste Wert seit Einführung der GfK-Messung. Gerade für TV-Macher sei dies eine große Chance, weil sich Fernsehen und Internet gegenseitig befruchteten, so van Eimeren im Gespräch mit meinem Kollegen Richard Gutjahr.

Am beliebtesten sind vor allem Onlinevideos mit 65 Prozent der Nutzer. Das ist für die meisten wichtiger als viele Web-2.0-Aktivitäten.

Mehr als 40 Prozent aller Internetnutzer seien in einem sozialen Netzwerk registriert. Zurückhaltender verhielten sich die  Internetnutzer in Deutschland, wenn es darum gehe, selbst aktiv zu werden.

Der Anteil der Twitter-Nutzer liege in Deutschland mittlerweile bei 3 % oder 1,5 Mio. Menschen. Am Beispiel der NRW-Wahl haben man sehen können, so van Eimeren, dass Blogs sehr wohl wahrgenommen und von den klasssischen Medien zunehmend aufgegriffen würden.

Links:
Ergebnisse der ARD/ZDF Onlinestudie 2010
Ausführliche Ergebnisse der Studie
Interview mit Birgit van Eimeren zur ARD/ZDF Onlinestudie 2009

[Disclaimer: Richard Gutjahr und ich sind Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks]

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Facebook Places – Fragen und Antworten zum neuen Geo-Location Dienst

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt. Es kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 500 Millionen Nutzer weltweit. Vor wenigen Tagen hat das kalifornische Unternehmen einen neuen Dienst freigeschaltet. Er heißt „Places“ – Orte.

Damit können die Nutzer ihren eigenen Aufenthaltsort freigeben. Zunächst ist dieser Dienst nur auf die USA beschränkt, er soll aber auch nach Europa kommen.

Wie funktioniert Facebook Places?
Der neue Dienst macht vom mobilen Endgerät aus Sinn. Sprich: Man nutzt ihn mit dem Handy oder vom iPad aus. Dort kann man dank GPS-Satelliten-Navigation, die eigene Position bis auf wenige Meter genau bestimmen. Klickt man dann auf seinem Android-Telefon oder dem iPhone auf den „Places“ Knopf, wird einem angezeigt, welche Geschäfte in der Nähe sind und in welchen von denen Menschen, mit denen ich bei Facebook als „Freund“ verbunden bin, schon einmal hier waren oder gerade da sind. Ich kann in einem Restaurant, in dem ich mich beispielsweise gerade aufhalte „einchecken“. Das heißt, meine Facebook-Freunde können sehen, wo ich mich gerade aufhalte.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, meine Freunde, mit denen ich mich vielleicht dort aufhalte, ebenfalls mit „einzuchecken“. Diese Funktion lässt sich, wie auch viele andere, deaktivieren. Auch ein Einchecken durch „Dritte“ kann ich löschen beziehungsweise grundsätzlich untersagen.

Facebook Places funktioniert bislang nur mit der iPhone App, auf dem Android-System lässt sie sich aber (in den USA) über die mobile Web-Oberfläche nutzen.

Welchen Nutzen verspricht sich Facebook von der Einführung der Ortungsmöglichkeit?
Als Nutzer kann man auf seinen Aufenthaltsort abgestimmte Werbung erhalten. Experten in Amerika bewerten diesen lokalen und regionalen Anzeigenmarkt mit einem zweistelligen Milliardenbetrag. Aber noch hält man sich bei Facebook zurück, eine Vermarktung oder gar Werbung gibt es nicht. Dies sei im Augenblick auch nicht geplant, versichert man in der Firmenzentrale in Palo Alto. Gleichwohl können sich Geschäfte bei Facebook anmelden. Dies aber nur, um so im Places-Dienst gefunden zu werden und so genannte Fan-Seiten anzulegen.

Was sagen Konkurrenten wie Gowalla und Foursquare zu dem neuen Dienst?
Dennis Crowley, der Mitbegründer von Foursquare, einem der beiden führenden Lokalisierungsdienste in den USA, hat Places in einem Interview mit der britischen Zeitung Daily Telegraph diese Woche als „langweilig“ bezeichnet.
Facebook ist  mit seinem Geo-Location-Dienst recht spät dran. Es gibt in den USA bereits zahlreiche andere Dienste, die sich spezialisiert haben. Foursquare mit seinen 2,5 Millionen Benutzer oder Gowalla sind hier zu nennen. Yelp ist meiner Meinung der cleverste Dienst: Er stellt mir basierend auf meinen Ortsangaben dar, welche Geschäfte sich in meinem Umkreis befinden inklusive einer detaillierten Bewertung der Benutzer.

Nimmt Facebook mit seinen geschätzten 500 Millionen Mitglieder  diesen Dienste nicht die Benutzer weg?
Ob das tatsächlich passieren wird, muss man abwarten. Bei Facebook will man den anderen Diensten die Möglichkeit geben, sie über eine Schnittstelle zu integrieren. Foursquare, Gowalla und Yelp wollen diese Möglichkeit auch nutzen. Ich glaube, davon können beide Seiten profitieren.

Sicherheitsexperten und Datenschützer warnen vor den Gefahren. Wovor warnen sie genau?
Wenige Stunden nach dem Start des nur in den USA funktionierenden Dienstes hat sich gleich die deutsche Vebraucherschutzministerin Ilse Aigner zu Wort gemeldet und vor der Sammelwut der sozialen Netzwerke gewarnt. Datenschützer befürchten, dass die Nutzer zu gläsernen Menschen werden und jeder Schritt, den man tut, nachvollziehbar wird.

Hat Facebook Places die Kritik verdient?
Mittlerweile mehren sich die Stimmen, und das sind nicht nur Blogger, die die derzeitige Kritik für überzogen und vorschnell halten. Jene Menschen argumentieren, dass ortsbezogene Informationen immer wichtiger würden, dass sie auch einen sinnvollen Charakter haben könnten. Sie werfen den Facebook-Kritikern vor,  solche Entwicklungen vorschnell mit Verweis auf den Datenschutz abzukanzeln. Diese Sichtweise sei, so die Argumentation, bisweilen technikfeindlich.

Hinzu kommt: Facebook scheint aus der Kritik der Vergangenheit gelernt zu haben. Vor wenigen Monaten noch waren die Einstellungen zur Privatsphäre schwierig zu finden und verwirrend. All das hat man geändert. Diese Einstellungen sind jetzt sehr viel leichter zu erreichen. So lässt sich der Lokalisierungsdienst komplett abschalten.

Auch kann ich bestimmen, wem ich meine Ortungsdaten freigebe will. Ganz wichtig: Als Nutzer entscheidet man schlussendlich selbst, ob man an einem bestimmten Ort „einchecken“ möchte oder nicht. Das geschieht nicht automatisch. Ich bin also selbst verantwortlich. Man muss dazu einen Knopf drücken. So ist es übrigens auch bei den meisten anderen Lokalisierungsdiensten im Netz.

Diesen Beitrag findet Ihr auch beim Deutschlandfunk. Sendung Computer & Kommunikation. Jeden Samstag von 16:30 bis 17 Uhr.

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Google macht Echtzeitsuche “sozialer”

by Marcus on 27. August 2010

Google macht Echtzeitsuche “sozialer”

Jeden Tag eine gute Tat: Google scheint zur Zeit im Tagesrhythmus neue  Angebote zu starten. Jetzt hat man in Mountain View der Suche in Echtzeit eine eigene Webseite spendiert, um sie von den “normalen” Suchergebnissen noch besser abzusetzen.  Außerdem gibt es eine Reihe neuer Funktionen, die man auf dieser Seite ausprobieren kann.

Aber Achtung: Wenn man “deutsch” als Suchsprache ausgewählt hat, könnte es sein, dass man auf einer Seite landet, in der noch nicht alle neuen Funktionen implementiert sind. Deshalb ist man gut beraten, die Suche auf “englisch” umzustellen.  Dann gelangt man auf die englische “Realtime-Seite”, auf der mehr Funktionen freigeschaltet sind. Das wird sich in den nächsten Stunden sicherlich ändern, wenn man bei Google die neue Seite weiter im Internet verbreitet.

Vorneweg: Man darf  noch nicht allzu viel erwarten; der Dienst soll in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter ausgebaut werden. Es lässt sich aber schon ziemlich gut erahnen, wohin die Reise geht. Und wenn erst mal mehr Ergebnisse aus Facebook und anderen Diensten einlaufen (schön wäre aber auch die Einbindung von RSS-Feeds….) dann bekommt man über die neue Echtzeit-Website einen 1A-Liveticker. Voraussetzung: Man muss das Thema, das man beobachten willen, entsprechend einkreisen.

Google Realtime

Ziemlich gut funktioniert schon die Suche von so genannten Tweets aus Twitter.  Hier lassen sich nach einem Klick auf “Konversation” ganze in Twitter geführte Unterhaltungen darstellen.

Gibt man in der linken Spalte zusätzlich noch einen Ort ein, wird über die Ergebnisse quasi nochmals ein Filter gelegt. Die Einbindung von Status Updates aus Facebook und anderen Netzwerken ist ebenfalls geplant. Im Moment ist es möglich, im Echtzeit-Suchindex von Google bis in den Februar 2010 zurückzugehen.

Google versucht ja seit Monaten einen Einstieg in die sozialen Netzwerke zu bekommen. Sonderlich erfolgreich war man da bislang nicht. Siehe Buzz. Wenn sich das Unternehmen aber auf sein angestammtes Feld konzentriert – die Suche – dann bringt der Konzern brillante neue Features hervor, die weit besser gefallen, als die Twitter-Suche oder Suche in Facebook.

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Neue Folge von Geek-Week

by Marcus on 19. August 2010

Neue Folge von Geek-Week

Diese Woche sprechen wir im Geek-Week-Netcast über das neue Google Tablet, über den Geo Location Dienst von Facebook und einen Artikel in Wired, der vor allem in der amerikanischen Blogosphäre für einige Resonanz sorgte.

Das alles könnt Ihr Euch drüben, auf der Geek-Week-Website anhören. Als Gast haben Frederic Lardinios  und ich uns diese Woche Heike Scholz eingeladen. Sie macht mobile-zeitgeist.com und berät Unternehmen, die ins “Mobile Business” einsteigen wollen.

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